Leseprobe: Den Körper entlasten

Den Körper entlasten

Die Körper der meisten Menschen heute sind völlig überlastet. Deswegen sind sie auch nicht mehr in der Lage, die Nährstoffe aus den ganz einfachen, gesunden Lebensmitteln aufzunehmen. Ein Apfel oder eine Rote Bete enthalten so ziemlich alles, was man braucht. Die Frage ist nur: Kann man es nutzen? Kann man es sich erschließen? Genau das klappt eben bei den meisten nicht mehr. Es kann aber wieder gelernt werden.

Reduziert und nicht alles durcheinander essen

Aus meiner Erfahrung ist es das Beste, um die Verdauung wieder auf volle Kraft zu bringen, dass man sehr reduziert isst. Nicht alles durcheinander, nicht alles auf einmal, sondern ganz einfache Dinge. Am besten den ganzen Tag über nur Äpfel oder nur Reis oder nur Rote Bete oder Karotten. Es erleichtert dem Körper enorm die Verdauungsarbeit: Er muss nicht sortieren, er muss vor allem gegen nichts ankämpfen, was ihm schaden würde und was er loswerden muss. Wenn Sie ab und an einen solchen Tag einlegen oder eine entsprechende Kur von mehreren Tagen machen, können Sie viel gewinnen.

Insbesondere Obst sollte immer nur allein gegessen werden, niemals gemischt. Es braucht nur eine halbe Stunde, bis es den Magen wieder verlässt – alles andere braucht deutlich länger. Deswegen vertragen sich keine Mischungen. Etwas Joghurt dazugeben, das würde funktionieren, er ist auch sehr schnell verdaut. Noch besser – wenn man denn Milchprodukte zu sich nehmen möchte – wäre die Sauermilch, auch Dickmilch genannt, wie sie die Bauern früher genommen haben. Die ist viel gesünder als Milch. Als Alternative ist auch Sojajoghurt geeignet. Aber das Beste bleibt: Obst pur.

Zum Abnehmen

Die Nahrungsmittelgruppen nicht so stark zu mischen, kann sehr schnell den Blutzuckerspiegel ausgleichen. Ich empfehle, bis zum Mittagessen nichts anderes als Obst zu sich zu nehmen. Einfach nur Obst, ohne irgendetwas anderes. Es muss auch nicht viel Obst sein, bewusst gekaut und genossen würde ein Apfel reichen. Auch zum Abnehmen ist das eine ideale Methode. Viele Naturheilkundler gehen davon aus, dass man damit sogar Diabetes lindern kann.

Fasten- und Entschlackungskuren

Die Ernährung insgesamt gesünder werden zu lassen, das kann ich nur jedem empfehlen. Zugleich ist es für jeden Menschen gut, sich ab und zu eine Entlastungskur zu gönnen – die berühmte Frühjahrskur beispielsweise. Das kann eine Fastenkur sein oder eine gemäßigtere Variante der inneren Reinigung.

Seit es Menschen gibt, fasten sie. In früheren Generationen hat man einfach nicht gegessen, wenn es einem nicht gut ging. Das machen sogar Babys so, wenn man es ihnen selbst überlässt, wann sie trinken wollen und wann nicht. Ist der Körper nicht mit der Verarbeitung von Nahrung beschäftigt, regeneriert er sich ganz schnell – das beweisen immer mehr Studien zum Fasten. Es gilt nicht umsonst als »Operation ohne Messer«.

Fast alle Religionen kennen Fastenzeiten, die allerdings heute nur noch stark verwässert eingehalten werden, zumindest vom Großteil der jeweiligen Anhänger. Das Fasten, in welcher Form auch immer, ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Zum Glück aber entdecken immer mehr Menschen die gesundheitlichen Vorzüge. Der Körper freut sich, der Geist nicht weniger.

Wer nicht vollständig auf Nahrung verzichten möchte, kann sich dennoch etwas Gutes tun, indem er ein Basenfasten oder eine andere Form der Entlastungskur macht. Manche lassen während der traditionellen vierzig Tage von Aschermittwoch bis Ostern beispielsweise den Alkohol, das Weißmehl und/oder den Zucker weg, viele essen in dieser Zeit vegetarisch und vegan – das alles tut dem Körper sehr gut. So ähnlich wurde es traditionell auch gehandhabt: Bestimmte Dinge, vor allem Fleisch, waren in dieser Zeit einfach tabu.

Ein ganz wesentlicher Effekt von solchen Frühjahrskuren – die sich jederzeit ausführen lassen – ist die Entsäuerung. Heute ist eigentlich jeder Mensch stark übersäuert, außer vielleicht die langjährigen Veganer. Denn sie essen, wenn sie es denn gut machen, hauptsächlich basenbildende Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Getreide hingegen, tierische Produkte, Fertigprodukte – fast alles, was heute üblicherweise gegessen wird, bildet im Körper Säuren, die ganz wesentlich an den meisten Krankheiten beteiligt sind. Ausreichend Bewegung an der frischen Luft, wie es die Bauern früher hatten, kann da schon einen Ausgleich schaffen. Eine basenreiche Ernährung aber und ab und zu mehrtägige Entlastungskuren gehören unbedingt dazu, wenn man gesund bleiben oder werden will. Ein extrem starker Säurebildner ist nämlich leider auch der Stress in all seinen unterschiedlichen Facetten.

Viele meinen ja, dass sie deswegen keine solche Kur, in welcher Form auch immer, durchhalten können, weil sie zu viele Gelüste haben. Das Interessante ist aber, dass nur ein übersäuerter Körper Gelüste hat, auf Süßes und auf andere ungesunde Dinge. Wenn Ihnen Ihre Gesundheit also lieb ist, geht es nicht anders, als dass Sie für einen Ausgleich der Säure-Basen-Balance sorgen, und dann sind Sie auch bald Ihre Gelüste los. Ein gesunder Körper mit einem intakten Verdauungssystem meldet Ihnen, was er wirklich braucht, und kann sich aus der angebotenen guten Nahrung das herausfiltern, was ihn vital und stark macht. Er schreit nicht nach Ungesundem.

Oftmals spielen auch psychologische Aspekte hinein, um die man sich aber gerade während einer Entsäuerungskur sehr gut kümmern kann, denn dann werden sie eher offensichtlich. Hinter einer Sucht nach Süßem steckt beispielsweise sehr häufig ein Hunger nach Liebe, nach der »Süße des Lebens«, die man aktuell vermisst oder die einem als Kind nicht so gegeben wurde, wie man es gebraucht oder sich gewünscht hätte. Nachspeisen, Kuchen, Torten, Schokolade und aller Zucker dieser Welt können diesen Hunger nicht stillen, machen uns aber in unserem verzweifelten Suchen krank. Weiß man um solche Zusammenhänge, kann man sich aktiv darum kümmern, sich jetzt als Erwachsenem das zu geben, was man braucht, insbesondere die liebevolle Zuwendung. So können Teufelskreisläufe durchbrochen werden und Körper und Psyche genesen.

Möglichkeiten der Entlastung

Jeder Tag, an dem der Körper entlastet wird, ist hilfreich. Sobald gar keine Nahrung oder nur wirklich Gesundes aufgenommen wird, beginnt der Körper, sich von eingelagerten Schlacken und überschüssiger Säure zu befreien. Dieser Kraft können Sie vertrauen und die unterschiedlichsten Formen von Entlastungskuren machen, ganz so, wie es Ihnen möglich ist.

  • Völliger Verzicht auf feste Nahrung als Fastenkur. Informieren Sie sich hierzu am besten aus der Ratgeberliteratur zum Fasten, worauf im Einzelnen zu achten ist und was eine solche Kur unterstützt und leichter gelingen lässt.
  • Gestalten Sie eine Entlastungszeit für sich selbst oder für die ganze Familie: Lassen Sie zum Beispiel von Aschermittwoch bis Ostern den Zucker und alles Süße weg. Erlaubt sind nur Trockenfrüchte. Oder Sie verzichten alle komplett auf Weizen oder auf das Fleisch oder die Milchprodukte. So lassen sich individuelle Kuren zusammenstellen, die sich an dem orientieren, was Sie zu tun bereit sind. Solche Kuren lassen sich sehr gut im Herbst wiederholen.
  • Kuren Sie statt einmal im Jahr für vierzig Tage viermal im Jahr für jeweils eine Woche.
  • Legen Sie ab und zu einen Tag ein, an dem Sie ausschließlich Obst oder nur Gemüse essen. Sie können sich auch aus Fenchel, Zwiebel, Möhre, Sellerie und Wasser eine Brühe kochen und die über den Tag verteilt trinken und das Gemüse dazu essen. Lassen Sie das Salz am besten weg, das verstärkt den Entgiftungseffekt enorm. Nehmen Sie sich an solchen Tagen auch die entsprechenden Dinge mit zur Arbeit – nur Äpfel oder nur Reis oder nur etwas von der Brühe.
  • Bei Allergien lohnt es, mal eine Zeitlang alles Tierische wegzulassen – alles an Fleisch, Wurst, Milch, Joghurt, Quark und so weiter. Damit es wirkungsvoll ist, sollten Sie darauf achten, auch Spuren dieser Produkte zu vermeiden. Dazu müssten Sie alle Zutatenlisten auf gekauften Waren intensiv studieren oder am besten alles selbst kochen. Eine solche Zeit kann den Körper und den Verdauungstrakt entlasten, sodass oftmals auch die Allergien verschwinden. Begleiten Sie das Ganze mit einer Teekur, insbesondere mit Brennnessel und Zinnkraut, wie im folgenden Kapitel beschrieben. Das verbessert die Chance auf Heilung noch.
  • Nutzen Sie Entlastungszeiten, um Ihre Gewohnheiten zu durchschauen: Müssen Sie wirklich um 12 Uhr essen? Brauchen Sie tatsächlich am Nachmittag etwas Süßes? Wollen Sie nach der Kur wirklich wieder anfangen, Ihren täglichen Kaffee mit viel Milch zu trinken?

Gerade kränkliche Menschen sollten öfters entschlacken. Zwei, drei oder noch besser vier Mal pro Jahr für eine Woche, das wäre ideal. Vielleicht immer zum Wechsel der Jahreszeiten. Sie werden sehen, wie sich der Körper erholt und stärkt. Halten Sie sich während solcher Zeiten möglichst viel in der Natur auf und atmen Sie bewusst gut durch. Über den Atem werden Säuren sogar am besten ausgeschieden.“